Es gibt verschiedene Legenden zur
Entstehung des Baduk-Spieles, die die philosophischen Ideen und
kulturellen Werte hinter dem Go veranschaulichen. Einer
Überlieferung nach wurde das Spiel von einem alten
chinesischen Kaiser als Unterrichtswerkzeug für seinen Sohn
entworfen, um ihn Disziplin, Konzentration und geistige Balance zu
lehren. Der Sohn sei schließlich der erste große
Spieler und zudem ein guter Kaiser mit einem ausgeglichenen
menschlichen Wesen geworden. Eine andere vermutete Genese des Spiels
gibt an, dass in alten Zeiten chinesische Kriegsherren und
Generäle Stücke eines Steins benutzten, um die
Positionen auf dem Schlachtfeld abzubilden. Diese Legenden spiegeln die
beiden grundlegenden Ideen des Go wieder: die Entwicklung des eigenen
Charakters und die Veranschaulichung des Wettstreits zweier Elemente.
Oft bezieht man sich auf die im Daoismus verwurzelten Elemente Yin und
Yang, die als treibende Kräfte auch auf dem Go-Brett agieren.
Das Spiel ist nicht
durch Logik allein begreifbar, denn seine
Komplexität und Tiefe verlangt eine erhebliche Menge an
Intuition und Erfahrung. Hier gibt es Parallelen zur Philosophie des
Buddhismus, nach der sich die Erleuchtung allein durch Logik als
Trugschluss erweist.
Im Go wird die perfekte
Balance zwischen Übermut und
Zurückhaltung, zwischen Sicherheit
und Risiko, zwischen
Attacke und Rückzug angestrebt, was im Wesentlichen auch den
fernöstlichen Religionen zu Grunde liegt. Dementsprechend ist
der fundamentale Unterschied von Go zu vielen Spielen der westlichen
Welt, dass nicht der totale Gewinn angestrebt wird (wie z. B.
Schachmatt beim Schach). Der Gewinner einer Go-Partie ist derjenige,
der bei der Aufteilung des Spielfelds vorne liegt; der Verlierer ist
niemals ganz vernichtet, sondern hat meistens nur einen geringeren
Anteil der Punkte erzielt.
Quelle Wikipedia
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